Handmade-Chaos by WollKistl

Erst durch eine Kündigungsmail von DaWanda habe ich von der Schließung des Portals erfahren. Und dann brach erstmal Panik aus.
Die Nachricht erreichte mich irgendwann am späten Abend als ich eigentlich schon im Bett lag. Was folgte war erstmal eine schlaflose Nacht.

Was nun also tun?

Als ich vor gut 2 Jahren bei DaWanda eingestiegen bin, hatte ich mich bereits erfolgreich 2 Jahre lang dagegen gewehrt, in diesen „Mainstream“ einzutauchen. Aber wenn man in Sachen Kunst und Handwerk unterwegs ist, führt ja beinahe kein Weg drumrum. Und nun war ich da, nun war ich vor allem auch ERFOLGREICH da, und dann sowas…
Mir stand der Sinn nach heulen, generierte ich doch einen guten Teil meines Umsatzes über DaWanda…. Es folgte eine Mischung aus Panik, Ratlosigkeit, Verzweiflung und Gefühlen, denen ich hier lieber keinen Namen geben möchte.

Da zum Zeitpunkt der Email bis zur Schließung aber noch gut Zeit war, wurde das Thema erst einmal ein Stück in die Ferne geschoben. Sinnvolle Lösungen finden indem man erst einmal nicht auf dem Problem herumkaut (nie um eine Ausrede verlegen, jaja).
Immerhin sind Sommerferien, man hatte einiges geplant, das Wetter war zu heiß als dass der Laptop freiwillig im Garten arbeiten wollte, aber deutlich zu schön für mich um im Haus zu arbeiten, wo sich der Laptop wohler gefühlt hätte.
Außerdem sind da ja noch meine 3 Kids, ein Mann, ein Haushalt, ein Pony, einige Märkte auf denen ich vertreten war …. Viele Gelegenheiten also, die mir ermöglicht haben das ganze Thema DaWanda & Co erstmal zu vermeiden.

Tick tack, tick tack… Aber die Zeit lief einfach weiter. Das Wetter wurde nicht kühler, also lieber Arbeit mit auf der Terrasse nehmen, der Laptop zeigte mir weiterhin nen Vogel. 
Sogar zu warm zum Zuschneiden und Nähen…

Und dann war das Chaos perfekt… Zwei Wochen vor Ablauf der Frist wollte der DaWanda Shop noch einmal gefüllt werden. Zum letzten Mal noch etwas Traffic generieren, bevor man das neue Portal bekanntgibt, um eventuell noch möglichst viel mitnehmen zu können.
Und da DaWanda ja das Umzugstool zu Etsy angeboten hat, wurde das natürlich auch in die Tat umgesetzt. Jedoch nicht ohne Magengrummeln.
Kennt Ihr das, wenn sich etwas grundlegend falsch anfühlt, auch wenn Ihr es nicht benennen könnt?
So ging es mir hier. Etsy „schmeckte“ mir so überhaupt nicht. Die 88 Artikel die in der Zwischenzeit bei DaWanda wieder online waren, durften dennoch umziehen (waren ja immerhin schon gezahlt). Skeptisch ließ ich die interne Statistik bei Etsy nicht aus dem Blick. Die Ernüchterung folgte.
Dieser Markt ist für mich einfach viel zu groß, unübersichtlich und unpersönlich. Es folgte die Suche nach Alternativen.

Schon vor einiger Zeit hatte ich von Palundu gelesen, die aber durch die Nachricht von DaWanda einen riesigen Run erlebten und nicht mehr hinterher kamen. Damals dachte ich, ich warte das einfach mal ab.

Vergangene Woche war es nun soweit. Nach viel technischem Chaos, etlichen Mails mit dem Support (vielen Dank an dieser Stelle für Eure Geduld und die Behebung sämtlicher Probleme), ging der Shop nun am gestrigen Sonntag online (natürlich auch wieder nach schlaflosen Nächten, in denen mich der Tatendrang umgetrieben hat). Langsam aber sicher füllt sich alles wieder, soweit ich eben gerade dazu komme.

palundu

Hier bin ich nun also: https://palundu.de/wollkistl. Das Bauchgefühl ist gut, der Traffic auch. Und so bleibt die Hoffnung, dass hier der Grundstein für einen wunderbaren und vor allem ERFOLGREICHEN neuen Weg gelegt wurde 🙂

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Patchworkdecke – auf zu neuen Herausforderungen!

Immer wieder kommt es mal vor, dass Kunden, die bereits etwas bei mir gekauft haben, an mich herantreten und nach etwas Bestimmten fragen.
So ist es mir auch diesmal mit einer lieben Kundin geschehen, die fragte, ob ich auch eine Krabbeldecke für sie anfertigen könne. Patchwork sollte es sein, und möglichst 1 x 1m, lieber aber noch 1 x 1,20 m.
In einem Telefonat teilte ich nun wahrheitsgemäß mit, dass ich so etwas noch nie ausprobiert habe. Material wäre zwar vorhanden und zutrauen würde ich es mir auch, aber versprechen könne ich ihr nichts.
Aber ich muss gestehen – mein Ehrgeiz war natürlich wachgekitzelt.
Die Stoffe hatte sich die Kundin bereits vorher anhand von Fotos ausgesucht und die Zusammenstellung mir überlassen.
Nun hieß es erstmal am Rechner x verschiedene Kombinationen ausprobieren, bis etwas dabei herauskam, was mir gefiel.
Nachdem mir eine solche Herausforderung dann aber auch keine Ruhe lässt, wurden die Patches noch am Samstag zwischen Tür und Angel zugeschnitten (schließlich waren wir am Sonntag zum Ausstellen unterwegs).
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20 x 20 sollten die Einzelteile jeweils werden, und weil ich 5×6 doof fand (für ein brauchbares Muster), machte ich kurzerhand 6×6 Reihen daraus.
Am Montag zwar völlig platt, machte ich mich dennoch direkt an die Oberseite der Decke. So entstand Quadrat für Quadrat und Reihe für Reihe langsam doch ein Ergebnis, das mich selbst überrascht hat.


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Prinzipiell sah das ja schon mal gar nicht so schlecht aus. Aber Ihr ahnt es sicherlich… natürlich war mir hier schon der erste Denkfehler unterlaufen. Da ich mich nämlich vor dem Binding hinterher drücken wollte, sollte das ganze am Ende rechts auf rechts genäht und dann gewendet werden. Aber ohne Rand? Dachte mir das würde doof aussehen… Also musste noch eine Umrandung her…
20180305_114202Grad dass es sich mit dem Stoff noch so ausging.. Den brauchte ich nämlich noch für die Unterseite.
Nun gut… Das schlimmste war – meiner Meinung nach – geschafft.
Ich sollte allerdings eines Besseren belehrt werden…
Da mein Volumenvlies wie auch die eingeplanten Fleecedecken für das Futter natürlich nicht die nötige Breite hatten, musste ich erstmal von Hand alles mühsam zusammenstückeln.
Dann kam der erste Versuch des Zusammenbaus… Aus Top, Unterseite und Futter wurde ein komplettes Sandwich. Rechts auf Rechts versteht sich, ich wollte das ganze ja am Ende einfach wenden… Zwei Stunden abstecken und dann das Grübeln:
Macht es echt Sinn, das nun alles ringsherum zusammenzunähen, dann zu wenden und DANN die einzelnen Reihen abzusteppen?
Sollte man dies nicht immer von der Mitte heraus zum Rand arbeiten, damit es sich nach außen verschiebt und nachher keine Falten wirft? Verdammt….
Also bauen wir das Sandwich wieder auseinander. Diesmal das Top mit der rechten Seite nach oben auf die Füllung und erstmal unter die Maschine damit…

20180307_085247Sage und schreibe 5 Nadeln und 1,5 Tafeln Schokolade später -hatte mir eingebildet, für jedes dritte Mal, das ich mich steche, gibt’s ein Stück Schokolade… Allerdings wurde mir schlecht bevor ich fertig war mit den Nadeln- und außerdem mit völlig verstochenen Schienbeinen, Oberschenkeln und Fingern hatte ich es tatsächlich geschafft. Und auch hier dachte ich, das Schwierigste sei nun überstanden.. Denkste!
Rechts auf rechts nun also wirklich Top mit Futter und Boden aufeinander. Das Bodenteil extra noch nicht genau zugeschnitten. Lieber ein bissl Angst stehenlassen, dann geht sich das auf alle Fälle aus! Nöp…. tut es nicht. Habs insgesamt glaube dreimal aufgetrennt… Dann doch alles auf dem Boden ausgebreitet, mit Schneidmatte und Rollschneider drum herumgerutscht und alle Ränder aufeinander getrimmt…. Und dann nochmal unter die Maschine.
Glaubt Ihr mir, wie happy ich war, als ich dann alles wenden konnte und es echt nach etwas aussah?! Wäre da nicht die Wendeöffnung gewesen… Von Hand mit Matratzenstich war undenkbar dank dem dicken Futter. Also unter die Maschine damit und dann festgestellt, dass am Ende der Naht von dem einen Teil mehr Stoff übrig war als von dem anderen Teil. Juhu!
Wieder wurde der Auftrenner zu meinem besten Freund, gebracht hat es allerdings gleich null! Nun gut… Am Rand mit der Wendenaht hat sich das ganze minimal verzogen.


Sonst bin ich aber schon ganz zufrieden mit meinem Anfängerstück, dafür dass ich ja eigentlich so gar keine Ahnung davon habe 😄
Und da ich mittlerweile so angefixt und fest davon überzeugt bin, dass dies nicht die letzte Decke sein wird, bin ich natürlich glücklich um jeden Tipp und jeden Verbesserungsvorschlag! 😀

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